Start mit Wahlcafé im Töpfereimuseum Ochtrup

Im Töpfereimuseum Ochtrup startete die Kulturgut-Wahl beim traditionellen Ochtruper Pottbäckermarkt. Besucherinnen und Besucher kamen zum Schauen, Informieren, Vergleichen und Diskutieren vorbei und trafen ihre persönliche Entscheidung an der Wahlurne. Als geselligen Rahmen hatte das Museumsteam ein Wahlcafé veranstaltet, um über die Aktion mit den Besuchern ins Gespräch zu kommen. Du bist auch weiterhin eingeladen, deine Stimme abzugeben!

Das Töpfereimuseum Ochtrup ist im ehemaligen Wohnhaus der Töpferfamilie Eiling beheimatet – ein Ackerbürgerhaus in Dreiständerbauweise, das aus dem Jahr 1678 stammt. Die Stadt Ochtrup kaufte es 1989. Aus dem Besitz der Töpferfamilie war Mobiliar aus der Zeit der Jahrhundertwende vorhanden, das heute den Alltag vergangener Zeiten greifbar macht.
Die aktuell im Tennebereich des Hauses ausgestellten Keramikexponate stammen aus der Sammlung der Stadt Ochtrup. Die Stadt ist weit über die Grenzen des Münsterlandes hinaus als wichtiges Zentrum der Töpferei bekannt. Das Museum hat sich zum Ziel gesetzt, einen Eindruck von der in Ochtrup hergestellten Irdenware zu vermitteln. Im ehemaligen Tennebereich des Ackerbürgerhauses sind Keramikobjekte aus verschiedenen Zeitepochen zu sehen, die ältesten Objekte stammen aus dem 14. und 15. Jahrhundert.

Das Team des Töpfereimuseums hat eine Vorauswahl getroffen, die mit 20 Objekten sehr viele Bereiche abdeckt und diverse Schätze umfasst. Welches ist dein Favorit?

1. Der Rohstoff Ton: der Rohstoff, auf dem die gesamte Töpferkultur (Ochtrups) basiert!
2. Ein Fliesenbild, ca. 400 Jahre alt: Tableau (ca. 400 Jahre alt) aus 96 Fliesen mit Darstellungen von Bibelszenen.
3. Eine Kiepe mit Töpfersachen: Der Aufbewahrungskorb eines Kiepenkerles symbolisiert heute die Vielzahl des traditionellen Töpferhandwerkes, ihrer Verbreitung und Handelswege.
4. Der „Ochtruper 7-Henkel-Topf“: Der Ochtruper 7-Henkel-Topf oder auch Ochtruper „Pisspöttchen“ genannt, war ursprünglich ein Nachttopf und somit treuer Begleiter der Menschen der vergangenen Jahrhunderte. Ihn zierten rundherum Henkel, um nachts jederzeit einen griffbereit zu haben, 7 an der Zahl, da diese eine urchristliche Bedeutung hat.
5. Ein tönernes Kreuz/Cruzifix: Aus Ton gefertigtes Symbol der christlichen Kultur als Wandbehang in Kirchen, öffentlichen Einrichtungen und Privathäusern.

6. Ein Wandteller mit „Ochtruper Wappen“: traditioneller, großer Schmuck-/Wandteller mit lokalem Dekor und Ochtruper Stadtwappen, das Teil der Kultur und des christlichen Glaubens ist!
7. Ein Sparschwein: Eine getöpferte Figur, die Fragen aufwirft – sie wird „gemästet“? Womit? Geld? Was ist Geld? Was bedeutet es, das Schwein zu schlachten? Was wurde dann daraus?
8. Eine Kaffeekanne: mit ihrer „Kaffeekultur“ haben Ochtruper Familien zu jederzeit in ihrer „guten Stube“ gesessen und Gemeinschaft gepflegt.
9. Ziegelstein: der Ziegelstein ist ebenfalls ein Produkt aus Ochtruper Herstellung und nicht unwesentlich am „Aufbau“ Ochtrups beteiligt!
10. Die „Ochtruper Nachtigall“: Die Ochtruper Nachtigall ist eine kleine, handgedrehte Wasserflöte, der man einen zwitschernden Pfeifton, ähnlich einer Nachtigall entlocken kann und seit Jahrhunderten als Kinderspielzeug von Ochtruper Töpfern gefertigt wird. Sie ist Wahrzeichen der Töpferstadt Ochtrup .

11. Ein Wandteller: dekorativer, farbiger Wand-Schmuckteller mit Blumendekor und Spruchband, der Wohlstand und Lebensfreude ausdrücken soll.
12. Ein Grape: mittelalterlicher, dreibeiniger, feuerfester Topf zum Kochen, als elementare, lebenswichtige Kulturtechnik
13. Die Töpferscheibe: Das jahrhundertalte Instrument zur Herstellung von Töpferwaren aus dem Naturmaterial Ton, ist aus der Kultur des Töpferhandwerkes und somit Ochtrups nicht mehr wegzudenken.
14. Ein Weihwasserpöttchen: aus Ton gefertigtes Gefäß zur Aufbewahrung und häuslichen Gebrauch in privaten Schlafzimmern. Häufiges Geschenk zur Erstkommunion.
15. Ein Pfannkuchenteller: traditioneller aus dem 18 Jhd. stammende, typisch münsterländischer Tischteller für Pfannkuchen mit konisch zulaufender Vertiefung zum Auffangen des überschüssigen (kostbaren) Fettes.

16. Das Töpferhandwerk: Dargestellt werden soll – im Laufe des Projektes – ( in Form eines Filmes/Hologramms ?) das TÖPFERHANDWERK an sich – vom Tonklumpen bis zum fertigen Gefäß. Hierbei soll die Einmaligkeit des Rohstoffs und deren Verarbeitung, sowie der Nutzen der Produkte für die Menschheit/ Zivilisation/Kultur herausgestellt werden
17. Der Film: Der mit Kindern erarbeitete und umgesetzte 13 minütige Film präsentiert auf schlichte und verständliche Weise das uralte Töpferhandwerk vom Rohmaterial bis zum fertigen „Ochrtruper Wahrzeichen“.
18. Ein „Knabbelkümpken“: alte Frühstücksschale für „Knabbeln“ (getrocknete, harte Brotstücke), die in Milch & Zucker eingeweicht wurden, damit sie wieder essbar wurden
19. Ein Wasserkrug: alter Wasser-/Öl- oder Essigkrug zum Aufbewahren von kostbaren Flüssigkeiten in der Speisekammer oder im Keller
20. Eine Waschschüssel: Schüssel mit kleiner Seifenablage zur täglichen „Morgentoilette“ ( Hand- und Gesichtswaschung).

2018-11-05T16:05:28+00:0005/11/2018|Mitmachen|
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