Kulturgüter in VR auszustellen ist für uns neu. Darum ist es umso wichtiger herauszufinden, wie potentielle Besucher auf diese Art der Ausstellung reagieren. Was kommt an? Was begeistert? Was nicht? Um das herauszufinden, nutzen wir Veranstaltungen wie das Enabling Innovation Festival in Münster. Hier durften wir gemeinsam mit unseren Kooperationspartnern, der MSA (FH Münster) und dem FabLab, das Projekt als Aussteller vorstellen und haben Interessierten erste VR-Sequenzen als Beta-Version gezeigt.

Damit sind wir ein Risiko eingegangen, denn es fehlt schließlich noch viel bis zum Endprodukt. Aber wir wollen jeden Chance nutzen, um das Virtual-Reality-Erlebnis mit Personen zu testen, die nicht zu unserem Projektteam gehören und auch nicht zwangsläufig museumsaffin sind. Wir gehen davon aus, dass die meisten unserer späteren Ausstellungsbesucher gar keine oder nur wenig Erfahrung mit VR haben werden.

Mit dem Aufsetzen der VR-Brille gelangt der Nutzer in eine neue Welt: Er steht in einer virtuellen Umgebung, durch die er sich fortbewegen kann, aus den verschiedensten Perspektiven kann er sich seine Umwelt ansehen. Per Controller in seiner Hand kann er seinen Standort wechseln oder aber Dinge greifen und sie bewegen. Über Kopfhörer hört er Geräusche oder aber eine Stimme, die ihm Informationen mitteilt. Vieles ist möglich. Und gerade deswegen stellen wir uns die Frage: Wann ist es zu viel? Wann setzt die Überforderung ein? Bis zu welchem Punkt macht diese – vielleicht noch neue – Erfahrung Spaß?
Wann will man in die „echte“ Welt zurück?

Das Testen auf der ganztägigen Veranstaltung hat uns unter anderem gezeigt, dass das Interesse an der Technologie groß ist, wobei die wenigsten Vorerfahrungen mitbringen. Bei aller Neugierde ist es aber eine Hemmschwelle, sich einer virtuellen Welt hinzugeben, während man von seiner realen Umgebung beobachtet wird. Im Tausch mit dem Eintauchen in Virtualität gibt man (einen Hauch) Kontrolle ab.

Apokalypse Münsterland beim Enabling Innovation Festival am 11.04.2019 im Skaters Palace in Münster.
Foto: Arne Pöhnert | mail@arnepoehnert.de