Auf Burg Hülshoff in Havixbeck wächst derzeit das frisch gegründete Center for Literature. Unter der Leitung von Jörg Albrecht, Schriftsteller und Theatermacher, werden die Burg und das Haus Rüschhaus zu einem interdisziplinären Ort, an dem Literatur sich an gesellschaftlichen Themen reibt. Für die Apokalypse Münsterland hat eine Schülergruppe eine Vorauswahl aus drei Objekten gewählt – eine Droste-Büste, das Herrenhaus und die Brücken rund um die Gräfteninseln. Die Besucher*innen konnten im Anschluss an eine der zahlreichen Führungen abstimmen, welches Kulturgut in die Zukunft geschickt werden soll.

(C) der Fotografien: Center for Literature, Wenzel/Lerch -Zajaczkowska

Eine dieser Führungen steckte hinter dem Titel Dark Light Dark. In dem experimentellen Konzept zwischen Museumsführung, Performances und Aktivierung nahmen Olivia Wenzel (Autorin) Julia Lerch-Zajączkowska (Kuratorin) die Besucher*innen mit auf eine Entdeckungstour ins Droste-Museum. Der Blick auf das Fremde, Andere, Exotische, wie er zu Droste-Hülshoffs Zeit Bestand hatte und sich in verschiedenen Einrichtungsgegenständen des heutigen Museums und früheren Ort des Familienlebens ausdrückte, wurde sichtbar, erläutert, problematisiert und hinterfragt.

Im Info-Text des Museums heißt es: Anlass ist ein Gemälde im Gartensaal: Ein dunkelhäutiger Mann mit Turban führt ein Pferd, im Hintergrund sind Pyramiden zu sehen. Was verrät dieses Bild über die Art, wie im 19. Jahrhundert die Bewohner*innen auf Hülshoff die Welt imaginierten? Inwieweit waren diese Phantasien Teil eines kolonialistischen Europas? Haben solche und ähnliche Bilder zur visuellen Vorbereitung rassistischer Weltsichten beigetragen? Oder waren sie ihr Resultat?

Die Besucher*innen bekamen Erinnerungen und Zeichen in Form von Objekten an die Hand gegeben, die hinterher eine neue, kleine Ausstellung formierten – es wurde auch darüber nachgedacht, was es eigentlich bedeutet, ein Museum zu betreiben, gerade in diesen besonderen, historisch aufgeladenen Räumlichkeiten.