Museum Abtei Liesborn stellt Onlineportal und Fragebögen bereit

Das Museum Abtei Liesborn stellt dich ebenso für die Apokalypse Münsterland vor die Wahl. Online-Abstimmung ist eine Option, allerdings ist hier technisch bedingt nur eine Vorauswahl von 11 Exponaten wählbar. Vor Ort in der barocken Abtresidenz kannst du dagegen per Fragebogen aus allen Objekten der umfangreichen Ausstellung wählen. Wir stellen die Vorauswahl des Teams hier noch einmal vor!

Das Museum Abtei Liesborn stellt als thematischen Schwerpunkt in seiner Sammlung Objekte aus der Geschichte der barocken Abtei aus. Bekannt sind vor allem die Tafelgemälde des sogenannten Meisters von Liesborn sowie die einmalige Kruzifixsammlung des Museums, zu der Werke von namhaften Künstlern wie Marc Chagall, Joseph Beuys und Salvador Dalí zählen.

Du kannst abstimmen für:

  • Die „Liesborner Pietà“: Plastische Andachstbilder in Gestalt der Pietà entstanden im deutschsprachigen Raum seit der Zeit um 1300. Sie stehen im Zusammenhang mit der wachsenden Bedeutung der Passionsfrömmigkeit. Die „Liesborner Pietà“ zeigt eine stille und verhaltene Trauer. Sie dient dem andächtigen Betrachter als Vorbild für eine kontemplative Betrachtung des Leidens Christi. Möglicherweise war die Pietà als Vesperbild in der Abteikirche aufgestellt und diente den Mönchen zur Vergegenwärtigung und Veranschaulichung des Abschieds der Mutter Gottes i gleichnamigen Stundengebet – der Vesper.
  • Meister von Liesborns „Ohnmacht Mariens“: Bei diesem Tafelbild handelt es sich um ein Fragment einer Kreuzigungsszene. Die Tafel diente wohl als Mittelbild eines Altaraufsatzes der Liesborner Kirche und stammt von der Hand des sogenannten Meister von Liesborn. Die malerische Qualität zeigt sich insbesondere an der feinmalerischen Behandlung der Gesichter, aber auch an Details wie der Transparenz des Schleiers der Maria Magdalena. Die Überarbeitung des Gemälde in späterer Zeit zeigt sich etwa an der in der Luft schwebenden Hand, die Marias Arm packt. Auch der Goldgrund ist Folge eine Übermalung des 19. Jahrhunderts.
  • Cornelisz Droochsloots „Vor einem Wirtshaus“: Männer und Frauen, alt und jung, haben sich am späten Nachmittag „Vor einem Wirtshaus“ eingefunden. Scheinbar unbeschwert geben sie sich unter freiem Himmel Trunk und Spiel hin. Der in Utrecht tätige Künstler Joost Cornelisz Droochsloot malte in den 1640er Jahren zahlreiche Genreszenen. Diese können durchaus als Mahnung verstanden werden, Maß zu halten und dem Laster des Trinkens und Spielens abzuschwören.
  • Pieter van Lints „Die Überführung der Bundeslade durch den singenden und tanzenden König“: Tanzend und jauchzend zeigt sich die Personengruppe um König David in dem Gemälde „Die Überführung der Bundeslade durch den singenden und tanzenden König“. Über den Einzug der Bundeslade in die Stadt Jerusalem nach der Eroberung durch das Heer Davids berichtet der Prophet Samuel in seinem 2. Buch (6,12 – 16). In seinem Spätwerk widmete sich Pieter van Lint, dem das Werk zugeschrieben wird, häufig biblischen Themen.

Außerdem sind wählbar:

  • Jacob De Wits „Bildnis des Liesborner Abtes Gregor Waltmann (1698-1739)“: Der Abt sitzt auf dem repräsentativen Bildnis in festlichem Ornat auf einem schräg in den Raum gestellten Lehnstuhl. Die Kleidung sowie Standkreuz und goldene Mitra auf dem Beitisch verweisen auf die hohe geistliche Stellung des Dargestellten. Dabei entstand das qualitätvolle Bild wohl nicht auf Weisung Waltmanns, sondern im Auftrag eines in Amsterdam ansässigen Familienangehörigen. Als Zeugnis der Familiengeschichte verblieb das Bild über Generationen in Holland und kam erst 1971 als Schenkung in den Besitz des Museum.
  • „Wilde Männer“ als Wächter der Waltmann-Treppe: Abt Gregor Waltmann (1698-1739) modernisierte nicht nur Kirche und Kloster im Sinne des Barock, sondern plante für sich auch eine ansehnliche Abtresidenz. Ab 1725 wurde zunächst der Südflügel der Abtresidenz errichtet. Wer hier den Treppenaufgang zu den im Obergeschoss liegenden privaten Gemächern des Abtes nutzte, musste unweigerlich an den zwei Treppenwächtern vorbeigehen. Diese „Wilden Männer“, dem Waltmannschen Familienwappen entlehnt, befinden sich noch heute an ihrem ursprünglichen Platz am Aufgang und in der Mitte der alten Treppe.
  • Heinrich Schilkings Ölgemälde „Die Fronleichnamsprozession verlässt die Stromberger Kreuzkirche“: Die Wallfahrt zum hl. Kreuz in Stromberg ist neben Telgte die bedeutendste Wallfahrt im Kreis Warendorf. Dass der in Warendorf aufgewachsene Maler Heinrich Schilking eine Prozession in Stromberg malte, verdeutlicht die Ausstrahlung des Ortes in die Region. Das Gemälde zeigt die im 13. Jahrhundert erbaute Kreuzkirche hinter mächtigen Eichen. Rechts im Bild steht die 1842 nach einem Sturm eingestürzte Ruine des Nagelschen Hofes. Aus der Kirche strömt eine lange Frohnleichnamprozession angeführt von Veteranen des Befreiungskrieges. Ihnen folgen Kommunionkinder und das Sakrament, beschirmt von einem Baldachin. Weitere Gläubige betrachten die Prozession, die heute noch genauso aussieht.
  • Max Liebermanns Gemälde „Reitknecht am Strand nach rechts“: Dieses Bild entstand 1902, als Max Liebermanns impressionistische Malerei einen Höhepunkt erreichte. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten sah sich Liebermann wegen seiner jüdischen Herkunft gezwungen, das Amt als Präsident der Preußischen Akademie der Künste abzugeben. Das Bild kam 2011 als Stiftung zur Erinnerung an Hermann Johenning (1881-1949), Bürgermeister der Stadt Oelde, und seiner Frau in den Besitz des Museums.

Weiterhin in der Auswahl:

  • Die Porzellanfigur „Junge Frau in westfälischer Tracht mit Rosenkorb im Arm“: Im Zuge der Heimatbewegung Ende des 19. Jahrhunderts werden zahlreiche Heimatvereine gegründet. Diese zielen inbesondere auf den Erhalt und die Pflege regionaler Traditionen und Bräuchen ab. Auch die aufkommenden Trachtenvereine lassen das Tragen von Heimat- und Volkstrachten wieder aufleben. Der Entwurf für die „Junge Frau in westfälischer Tracht mit Rosenkorb im Arm“ stammt von dem Porzellanbildner Karl Himmelstoß. Ausgeführt wurde die Figur von Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin.
  • Wilhelm Morgners „Kreuzigung III“: Der bleiche Körper Christi überstrahlt die unübersichtliche, in tiefem Schwarz gehaltene Szenerie auf dem Berg Golgatha. Im Hintergrund des Geschehens lassen sich die beiden gekreuzigten Schächer ausmachen, im Vordergrund ragen die Lanze und der Stab mit Essigschwamm hervor. Christus und die sich verdunkelnde Sonne dominieren die Zeichnung. Wilhelm Morgner geht weiter als andere Künstler des Expressionismus, die die Passion Christi als ein Sinnbild der leidenden Menschheit und der missverstandenen Künstler sehen. Seine Christusidentifikation hing mit seinem Gedanken des Selbstopfers des schaffenden Künstlers zusammen.
  • Heinrich Gerhard Bückers Bronzeskulptur „Kaiser Heinrich III. zu Pferde“: Heinrich Gerhard Bücker gehörte zu den ersten Mitgliedern des 1952 gegründeten Kreiskunstvereins Beckum-Warendorf e.V. Anlässlich seines zehnten Todestages erhielt das Museum das Reiterstandbild Kaiser Heinrichs III. als Schenkung einer Beckumer Familie. Die Bronzefigur wiederholt eine Skulptur, die Bücker für das Chorgitter des Bremer Doms entworfen hat. Der Künstler fertigte zahlreiche Arbeiten mit religiöser Thematik und sorgte seit den 1950er Jahren für die Ausstattung mehrerer Kirchen, darunter auch des Petersdoms in Rom.

Welches dieser spannenden und geschichtsträchtigen Exponate möchtest du durch Zeit und Raum schicken? Wenn du online abstimmen willst, kannst du das mit einem Klick hier tun!

2018-11-28T16:17:32+00:0028/11/2018|Mitmachen|
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