Nachdem die Besucher in den letzten Monaten die Kulturgüter in den teilnehmenden Museen und Ausstellungshäuser wählen konnten, starten nun die Studierenden der MSA (Münster School of Architecture) mit der Digitalisierung der gewählten Exponate. Im Zementmuseum Beckum fiel die Wahl auf die Arbeiterfigur. In unserem Blogbeitrag zeigen wir euch, wie der Weg von einem Exponat zu einem gedruckten 3D-Objekt aussieht.

Es beginnt im Museum in Beckum: Mit Hilfe des 3D-Scanners „EVA“ entsteht ein digitales Abbild der Figur. Beim Scannen achten die Studenten besonders darauf, dass der Gegenstand von allen Seiten gut erreichbar und die Umgebung gut ausgeleuchtet ist. Am Computer werden Elemente aus der Umgebung, wie der Boden, ausgeschnitten und die Figur bekommt ihren ersten Feinschliff.

Zurück in der MSA arbeiten die Studenten weiter an der 3D-Figur mit verschieden Dateien, die durch das Scannen entstanden sind: Die 3D-Scandatei, die Materialdatei und die Texturendatei (s. Bild rechts). Die Figur wurde auf eine 2D Fläche digital „abgerollt“. Diese kann ein 3D-Programm wieder auf die 3D-Figur „mappen“.

Im nächsten Schritt werden Scanfehler ausgebessert und Lücken in der digitalen Figur geschlossen, so dass dann ein sogenanntes „Close-Mash“, eine Figur mit geschlosssenem Volumen, entsteht. Mit dieser finalen Datei kann nun der 3D-Druck beginnen.

Mit Hilfe der Software „Cura“ wird die digitale Figur in viele horizontale Schichten zerschnitten. Der 3D-Drucker, z.B. der „Ultimaker“, baut diese Schichten bei Druckvorgang dann nach und nach auf. Die Arbeiterfigur besteht nun aus PLA, einem Plastik, und ist 12cm groß. Je nach Genauigkeit dauert der Druck bei dieser Größe zwischen 4 und 12 Stunden.

Drucker

Im letzten Schritt muss der Druck von einer Art Plastikhülle befreit werden, damit wir dann die fertige Arbeiterfigur, nun aber als 3D-Druck, in den Händen halten können. Wir berichten euch, wie es mit der Arbeiterfigur aus Beckum weitergeht und sie Teil unserer neuen Ausstellung wird und freuen uns schon auf die weiteren Kulturgüter, die wir bald in neuer Form erleben können!